Tagesreiseberichte

Eine Woche in der Bretagne

 

Wie schon unter "Allgemeines" erwähnt, war die Bretagne der Ausgangspunkt für meine Spanienreise. Wir haben unter Geschwistern eine schöne Woche in Nevez und Umgebung verbracht. Das Örtchen liegt im "Finistère", der westlichen Region der Bretagne. Ich habe von Nevez aus einige Touren ins Umland gemacht und hier ist eine kleine Bildergalerie:

 

 

1. Etappe: 119km / 4:58h / 770HM

 

Nevez - Penvins

Unspektakuläre Tour. Inkl. kleiner Fährübersetzung. Am Ende des Tages einen schönen kleinen Campingplatz direkt am Meer gefunden: "La Grée Penvins" (7,40€). BIn spät eingetroffen, zu besichtigen gab es dort nichts und mir's daher nur noch in der Abenddämmerung am Strand gemütlich gemacht :-)

2. Etappe: 120km / 5:35h / 850HM

 

Penvins - Nantes

Eine sehr langweilige Etappe heute. Weiterhin sehr heiß und nur durch windanfälliges offenes Gelände ohne größeren landschaftlichen Reiz. In Nantes bin ich bei Jean-Paul abgestiegen, der über Couchsurfing schon einmal bei mir zu Hause übernachtet hatte. Er hat sich viel Zeit genommen und mir abends ausführlich die Stadt gezeigt. Früher eher industriell geprägt befindet sich Nantes im Umbruch zu einer "Stadt der Kreativen". Hat mir sehr gefallen dort und als Belohnung gab's noch die best Crepes ever !!! Eine sehr außergewöhnliche Sehenswürdigkeit sind "Les Machines de l’île". Ich habe sie leider nicht in Bewegung gesehen. Schaut mal auf Youtube.

3. Etappe: 126km / 5:42h / 760HM

 

Nantes - La Tranche-sur-Mer

Auch heute langweilige Tour. Ganz nett war der Zwischenstop in La Roche-sur-Yon. Wieder diese mechanischen Tiere, da haben's die Franzosen scheinbar mit....

La Tranche an der Küste ist schon sehr tourimäßig, aber ich habe wiederum einen netten, günstigen Campingplatz gefunden: "Vieux Moulins" (11€).

4. Etappe: 105km / 4:28h / 360HM

 

La Tranche-sur-Mer - Rochefort

Das Highlight heute war weniger das Etappenziel Rochefort, ein eher verschlafenes Provinznest, als die Zwischenstation La Rochelle, mit seinem herrlichen Hafen. Campingplatz in Rochefort wieder sehr schön und günstig: "Camping Municipal Le Rayonnement" (7€!). Bis 1900 war Rochefort allerdings ein bedeutender Marinestandort, heute gibt es u.a. das nationale Marinemuseum.

5. Etappe: 130km / 05:05h / 530HM

 

Rochefort - Lacaneau

Zunächst nach Royan, um dort auf einer größeren Fähre die Gironde zu überqueren. Ansonst hätte ich einen Umweg über Bordeaux nehmen müssen. Auf der anderen Seite in Soulac-sur-Mer dann die Fahrt fortgesetzt. Bis nach Lacaneau ging es quälend monoton flach und schnurgeradeaus. Im Prinzip erstreckt sich von Soulac bis zur spanischen Grenze der unendlich anmutende Strand entlang der französischen Atlantikküste, eines der Hauptferiengebiete für Strandurlaub in Frankreich. Bei Lacaneau liegt, gar nicht so weit vom Meer entfernt, ein großer Binnensee und hier war mein erstes wildes Zelten angesagt. Ich hatte auch keinen Campingplatz entdeckt und ein nettes französisches Päärchen hat mir während eines längeren Gesprächs versichert, daß ich selbst direkt am Strand kein Problem mit der Polizei bekommen werde.

6. Etappe: 53km / 2:22h / 250HM

 

Lacaneau - Bordeaux

Morgens habe ich Gott sei Dank in aller Frühe das Donnergrollen gehört, um hastig das Zelt abzubauen und mich mit allem Gepäck gerade noch rechtzeitig unter das Vordach einer Hütte flüchten zu können. Einem noch in der Nacht gekommenen anderen Radreisenden aus Spanien erging es nicht so gut und er mußte alles in strömendem Regen einpacken.

Ich bin heute spontan vonder geplanten Route abgewichen und habe einen Abstecher nach Bordeaux gemacht. Die Fahrt war zwar kurz, aber die Einfahrt nach Bordeaux dank einer gefühlt einzigen, riesigen Baustelle, eine mittlere Katastrophe. Auch einen Campingplatz zu finden war gar nicht so einfach, aber letztlich erfolgreich. Zwar einige Kilometer außerhalb, aber recht nobel und mit S-Bahn-Anschluß in der Nähe: "Le Village du Lac" (14,50€).

Also abends mit der Bahn in die Stadt. Es war Wochenende und Tausende waren in der schönen Altstadt unterwegs und haben sich an den großen Promenaden am Garonne-Ufer zum Picknick niedergelassen. Tolle Atmosphäre.

7. Etappe: 100km / 4:28h/ 500HM

 

Bordeaux - Dune du Pilat

Am heutigen Tag sollte ich eines der (Natur-)Highlights der Reise erreichen: die Dune du Pilat, die größte Wanderdüne Europas. Unter dem Wiki-Link die Details.

Zuerst habe ich einen Schlenker über das Cap Ferret gemacht und bin von dort mit der Fähre nach Arcachon übergesetzt.

Die Gegend ist sehr schön, scheint aber auch eher von besser betuchten Urlaubsgästen besucht zu sein. Wirkte alles in allem recht nobel. Da ich ziemlich spät dran war, habe ich beschlossen, keinen der Zeltplätze in der Nähe der Düne anzusteuern (ich hatte vorher schon einmal erlebt, daß die Rezeption um 18:00 geschlossen ist), sondern spontan einen Platz fürs Wildcampen aufzusuchen. In unmittelbarer Nähe auch tatsächlich ein gut verstecktes Plätzchen gefunden. Schnell Zelt aufgebaut und in der Dämmerung los. War extrem beeindruckend, das Licht war aber schon sehr schwach und daher bin ich am nächsten Morgen nochmal hin, um bei Tageslicht noch ein paar Bilder zu machen.

8. Etappe: 116km / 5:10h / 760HM

 

Dune du Pilat - Léon

Zelten macht mir ja eigentlich Spaß, aber es ist schon was anderes, wenn man auf einem Campingplatz zumindest minimalen "Luxus" in Form von Toiletten und Duschen und Strom vorfindet, als in einem Kiefernwald zu hausen. Jetzt zu Beginn der Reise war das noch irgendwie abenteuerlich, aber mit fortschreitender Reisedauer wollte ich auf eben genannte Annehmlichkeiten nicht mehr verzichten und habe bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht mehr wild gecampt.

Heute jedenfalls noch mit einer 1,5l Petflasche "geduscht" (das geht!!!).

Die Fahrt war mal wieder sehr langweilig. Kaum Abwechslung, geradeaus durch endlose Kiefernwälder. Am Zielort Léon keinen Campingplatz gefunden und.......wild gezeltet. An einem schönen Binnensee. Tip für den Platz von ein paar netten Franzosen bekommen. War ein klasse Abend mit einer chilligen Liveband in der Strandbar. Sehr relaxt :-)

 

9. Etappe: 96km / 4:17h / 790HM

 

Léon - St.-Jean-de-Luz

Spanien ist in Reichweite !!! Heute eine abwechslungsreichere Tour, da die Küste immer hügeliger wurde, je näher man Bayonne und Biarritz kam. Zwischendurch habe ich aber einmal kurz gestoppt, um mir diese riesigen Atlantikstrände irgendwo bei Capbreton anzusehen. Kurz vor Bayonne kam ich mit einem französischen Radfahrer ins Gespräch, der so nett war, mich durch das Schnellstraßengewirr in und um Bayonne und Biarritz zu lotsen. Ich hätte mich sonst trotz Handynavi mit Sicherheit des öfteren verfahren. Kurzer Stop auch im mondänen Biarritz.

Dann weiter in den schönen Urlaubsort St.-Jean-de-Luz. Klasse Campingplatz etwas außerhalb, aber direkt am Meer: "Camping Municipal Chibeau Berria" (9,50€). Dazu am Strand eine geniale Strandbar mit Restaurant.

Ruhetag in St.-Jean-de-Luz

 

Da ich gestern erst relativ spät den Campingplatz erreicht hatte und noch etwas von der Stadt sehen wollte, habe ich einen Ruhetag eingelegt, mir die Stadt angeschaut, im Meer gebadet und gefaulenzt. Tut auch mal gut :-)

10. Etappe: 58km / 3:19h / 1.070HM

 

St.-Jean-de-Luz - San Sebastián

Bis zur spanischen Grenze war es nicht mehr weit. Über den französischen Grenzort Hendaye nach Hondarribia in Spanien gefahren und dort einen längeren Besichtigungsstop eingelegt. Herrliche Altstadt mit wunderschönen farbenfrohen Fachwerkhäusern !!!