Ausführlicher Bericht

Extremadura 2014

1. Tag (06.05.14):

 

Anreise

 

Da es (zumindest mit Ryanair) aus Deutschland nicht möglich ist, direkt in die Extremadura zu fliegen, war ein kleiner Umweg nötig. Zunächst ein Flug ins andalusische Jerez de la Frontera und von dort mit einem Fernbus der Linie Algeciras - La Coruna in den Süden der Extremadura, nach Zafra. Ist ein hübsches kleines Städtchen und mein ebenso schönes Hotel lag zentral an der gleichnamigen Plaza Grande. Ich bin erst gegen 20:00 angekommen, nur kurz um ein paar Ecken

geschlendert und werde mir morgen alles genauer anschauen.

 

 

 

2. Tag (07.05.14):

 

1. Etappe: 3:20 Stunden / 78km / 1.000 Höhenmeter

Zafra - Los Santos de Maimona - Feria - Villalba de los Barros - Fuente del Maestre - Los Santos de Maimona - Zafra

 

Eigentlich wollte ich eine Runde über Hornachos drehen und erst morgen auf dem Weg nach Monesterio vorher noch in Feria vorbeischauen. Es liegt hoch auf einem Hügel und bietet vom noch höher gelegenen Castillo einen unglaublich weiten Ausblick aufs Umland. Durch "Navigieren nach Gefühl" war ich aber versehentlich heute schon in Feria und das war auch besser so, da ich im Gegensatz zu morgen kein Gepäck mitschleppte. Es ging nämlich richtig steil auf den Hügel hoch. War aber nicht umsonst, denn der Ausblick war wirklich grandios. Hornachos schenke ich mir und morgen geht es Richtung Süden. Dort befindet sich einer der "must's" und das will ich mir mitnehmen.

Ist übrigens deutlich entspannender, bei "nur" 25-30° zu reisen. Ich bin viel flexibler bei der Gestaltung des Tages, da ich nicht "gezwungen" bin, jeden morgen relativ früh aufzubrechen. Vielleicht überdenke ich auch noch die durchschnittliche Etappenlänge, um die 80km statt über 100km sind auch relaxter.

 

 

 

3. Tag (08.05.14):

 

2. Etappe: 3:50 Stunden / 92km / 1.345 Höhenmeter

Zafra - Puebla de Sancho Perez - Medina de Las Torres - Valencia del Ventoso - Fuentes de Cantos - Monesterio - Calera de Leon - Monasterio de Tentudia - Calera de Leon - Monasterio

 

Die Fahrt nach Monesterio war landschaftlich relativ unspektakulär, besonders die letzten 20km parallel zur Autobahn. Ähnlich wie die Olivenhaine in Andalusien, nur diesmal aufgrund der Jahreszeit grüner. Einen weisen Entschluß habe ich bei Ankunft in meinem "Hotel Leo" gefaßt, nämlich (wie gestern der Anstieg nach Feria) die Fahrt zum Monasterio de Tentudia auf heute vorzuziehen (und das ohne Gepäck), statt wie ursprünglich geplant, morgen mit Gepäck auf der Fahrt nach Jerez de los Caballeros. War auch so heftig genug aber wie gestern Feria mit spektakulärer Aussicht belohnt. Leider hatte die 2km vor dem Gipfel angekündigte Bar geschlossen und mein Durst mußte warten. Oben hat mir eine Truppe spanischer Rentner aus dem Baskenland dann noch nach einem netten Gespräch das Emaille-Abzeichen ihres regionalen Bergwanderklubs geschenkt. Relativ früh zurück im Hotel schlage ich jetzt irgendwie die Zeit tot, zu sehen gibt es im Ort nicht viel. Noch kurz was Erwähnenswertes zum Hotel, zusätzlich tagsüber stark besuchtes Restaurant und Fernfahrerkneipe: Gewinn des Preises "kleinste Duschkabine ever" (ca. 60cm x 60cm). Wie gut, daß ich so gelenkig bin ;-)

Später bin ich noch kurz in den Ort und wurde mal wieder überrascht. Keine Sehenswürdigkeit im touristischen Sinne, aber ein schöner kleiner Platz mit chilliger Musik in der Bodega und einer Kirche mit Storchennestern auf dem Dach. Davon sollte ich im Laufe der Reise noch mehr zu sehen bekommen (12.000 Storchenpaare nisten hier jedes Jahr).

 

 

 

4. Tag (09.05.14):

 

3. Etappe: 4:05 Stunden / 101km / 1.270 Höhenmeter

Monesterio - Calera de Leon - Cabeza la Vaca - Segura de Leon - Bodonal de la Sierra - Fregenal de la Sierra - Encinasola - Oliva de la Frontera - Jerez de los Caballeros

 

Die Etappe war relativ hart, da ich ungewollt einen Umweg habe nehmen müssen. Zum Schluß wurde es schwer, da zur Länge der Fahrt noch die hohe Temperatur von ca. 34° hinzukam. Der Anfang war zwar sehr schön durch grüne Korkeichenwälder, aber kaum ein flaches Stück, nur rauf oder runter. Eine relativ frühe und ungeplante Wasser-Auffüll-Pause (beim Losfahren waren die Geschäfte noch zu) führte mich nach Cabeza la Vaca. Wäre ich sonst nie angefahren und hat mal wieder gezeigt, welche Kleinode auch abseits der Strecke existieren. Wunderschönes kleines Plätzchen mit Brunnen und einer kleinen Stierkampfarena. Unerwartet Hier die Begegnung mit einem fahrenden

Knoblauchverkäufer, der einfach nicht verstehen wollte, weshalb ich ihm nicht eine (relativ große) Portion abkaufe.....

Die Strecke wurde um Fregenal flacher und offener. In der Stadt war ein Besichtigungsstop eingeplant, eine zutreffende Empfehlung aus dem Reiseführer.

Danach habe ich mich irgendwie verfranst, Strecke war zwar wieder schön, aber s. Anfang. War froh, endlich in Jerez im "Los Templarios" aufzuschlagen, sehr nett, vor allem für den Preis von 30,-- EUR. Abends ein Rundgang durch die Stadt, einfach wundervoll, bisher der schönste Ort. Habe mich nur über die wenigen Leute gewundert, war schließlich Freitagabend. Die Auflösung kam am nächsten Morgen. Alle waren auf der "Feria" etwas außerhalb der Stadt, dem jährlichen großen Fest jedes Ortes, vielleicht vergleichbar mit unserer Kirmes. Hab's letztes Jahr in Sevilla erlebt, da "boxt der Papst". Zu blöd, das verpaßt zu haben.

 

 

 

5. Tag (10.05.14):

 

4. Etappe: 3:40 Stunden / 92km / 520 Höhenmeter

Jerez de los Caballeros - Higuera de Vargas - Alconchel - Olivenza - Valverde de Leganes - Badajoz

 

Am Anfang wieder hügelig durch Korkeichenwälder, dann sehr flach ohne große Vegatation mit endlos weitem Blick. Das ist auf Dauer ermüdend und der Zwischenstop Olivenza kam gerade recht. Da die Flachstücke über (notwendige) Hauptstraßen noch langweiliger sind, habe ich eine (zwar auch flache aber ruhigere) Schleife über Valverde

eingebaut. Hier ein paar Bilder von unterwegs:

Zum Schluß wurde es wieder recht heiß. Eigentlich wollte ich durch die Vorverlegung in Mai/Juni der Hitze ein Schnippchen schlagen, aber es ist immer noch heftig, wenn auch nicht ganz so wild wie im Sommer. Badajoz ist die größte Stadt der Extremadura. Die Riesen-Highlights (kulturell; lt. Reiseführer) hat es nicht zu bieten, aber ich find's toll. Die üblichen kleinen Altstadtgassen und Plätze, die Alcazaba mit der schönen Grünanlage und abends richtig was los.

 

 

 

6. Tag (11.05.14):

 

5. Etappe: 4:20 Stunden / 90km / 1.000 Höhenmeter

Badajoz - Campo Maior (Portugal) - Ouguela (Portugal) - La Codosera - San Vicente de Alcantara - Valencia de Alcantara

 

Da auf spanischer Seite nur die Verbindung über eine Hauptstraße bestand, habe ich mich für einen Weg durch Portugal entschieden. War auch sehr schön. Ruhig, überwiegend kleine Straßen, ziemlich flach, schöne Landschaft. Zwischendurch die portugiesische Polizei nach dem Weg gefragt. Klasse, wie in einem mexikanischen Gangsterstreifen, die Jungs mit verspiegelten Pilotenbrillen.

Der härtere Teil kam eher zum Schluß, da in einer Stunde noch 650 Höhenmeter dazukamen. Am Zielort hatte ich ein nettes Gespräch mit zwei Extremenos. Da ich kein Hotel gebucht hatte (die bei Booking angebotenen waren schlicht zu teuer) war ich auf gut Glück losgefahren und wie auch schon in Andalusien gab es überhaupt kein Problem, eine Unterkunft zu finden. Die beiden schickten mich in das "Hostal Nairobi " (!?) mit der bewährten Formel "einfach, sauber, preiswert". Habe auch noch den im Ort wohlbekannten "Aleman" Christoph kennengelernt, der schon ewig hier wohnt und mir eine Route entlang der "Dolmen" gezeigt hat. Sind die eigentliche Attraktion der Gegend. Mußte zwar teilweise Schotterpisten fahren, aber die Landschaft war einfach nur grandios, irgendwie archaisch, schwer zu beschreiben.

P.S.: noch ein kleines Beispiel, wie günstig hier alles sein kann, wenn man "einfach reist": Übernachtung für 24 EUR; 6 Bier inkl. Tapas, kleine Tortilla de Patatas, Cafe con Leche und ein Tostada zum Frühstück für ..... 8 EUR; bezahlte Tapas (also nicht die automatisch zum Getränk dazugereichten) im Ort: 0,50 bis 1 EUR. Aber logischerweise ganz einfache Sachen. Eine Rechnung kann auch ganz anders aussehen, wenn man etwas mehr Wert auf Qualität und Ambiente legt. Werde ich mir vielleicht auch mal gönnen.

 

 

 

7. Tag (12.05.14):

 

6. Etappe: 4:18 Stunden / 103 km / 890 Höhenmeter

Valencia de Alcántara - Herrera de Alcántara (Richtung) - Santiago de Alcántara - Carbajo - Membrio - Alcántara

 

Am Anfang "geschmeidig" und ziemlich flach, dann zunehmend hügelig in den Parque Natural Tajo Internacional. Der ist wohl ein Tierparadies und evtl. hat er per pedes erschlossen auch seine landschaftlich reizvollen Seiten. Ich habe bei der Durchfahrt davon nicht viel erblicken können. "Highlights" bisher waren eher die Örtchen zwischendurch. Dann kam ein Déjavu mit letztem Jahr, eine vor allem mental zehrende Fahrt durch endlose Weite.

In Alcántara ist der Plan, ohne Buchung anzureisen, erneut aufgegangen. Obwohl ein kleiner Ort mit nur 1.600 Einwohnern war (im Gegensatz zur Booking-Offerte) ein günstiges Hotel zu finden. Ich überlege, künftig komplett auf Vorbuchen zu verzichten. Eine Ausnahme mache ich vielleicht in größeren Städten, um mich auch sicher zentral einbuchen zu können. Ausgedurstet (trotz 3 Liter Wasser auf der Fahrt) und auch ziemlich hungrig habe ich mich mit den durchgeschwitzten Klamotten zuerst an die Theke gesetzt, ein paar Tubos genossen und dazu die bisher leckersten Tapas serviert bekommen.

Nach einer kleinen Siesta der Rundgang. Definitiv 5 Sterne. Das Städtchen an sich ist schon hübsch, aber die Hauptattraktion Puente Romana sehr beeindruckend. Bei näherem Interesse mal googeln. Das Hotel mit gleichnamigem Namen wie die Brücke für 24 EUR unschlagbar. Bisher die beste Unterkunft.

 

 

 

8. Tag (13.05.14):

 

7. Etappe: 4:05 Stunden / 80km / 1.200 Höhenmeter

Alcántara - Piedras Albas - Zarza la Mayor - Cilleros - San Martin de Trevejo

 

Das war'n Brett heute in die Sierra de Gata. Die ganzen 4 Stunden teils kräftigen Gegenwind, dazu die Höhenmeter. Schnitt unter 20, das sagt wohl alles. Nach zwei Stunden war das Schlimmste vorbei, denn wenigstens wurde Richtung Berge die

Landschaft schöner. San Martin ist sehr klein, die traditionell günstige Unterkunft nicht zu bekommen. Die "Hospederia Conventual de Sierra de Gata" ist schon ein wenig edel und dafür war der Preis eigentlich auch ein Witz (45 EUR). Hier ist zwar "der Hund begraben", aber es ist trotzdem ein schmuckes Bergdörfchen.

 

 

 

9. Tag (14.05.14):

 

8. Etappe: 4:25 Stunden / 95km / 1.410 Höhenmeter

San Martin de Trevejo - Villamiel - Hoyos - Villasbuenas de Gata - Hernán-Pérez - Torrecilla de los Ángeles - Pinofranqueado - Azabal - Casar de Palomero - Rivera Oveja - La Pesga - Vegas de Coria

 

Streckenmäßig die schönste Tour heute. Bis auf ein Teil über die Nationalstraße immer kleine, ruhige Nebenstraßen mit bester Qualität durch meist grüne Landschaft. Schönstes Stück war durch das Tal zwischen Pinofranqueado und La Pesga. Zudem kaum mehr Probleme mit Sattel/Sitzen und lange nicht so kaputt wie in den letzten Tagen, trotz vieler HM. "Hotelpoker" wieder aufgegangen, sehr schönes "Hostal Los Angeles" in Vegas. Kleine Randgeschichte das Tages:

Beim Aufbruch ist mir direkt vorm Hoteleingang die Flasche Tinto mit dem Rest vom Vorabend aus der Gepäcktasche gerutscht und schallend zersplittert. Prima.

Torre de Miguel scheint nicht das beliebteste Dorf der Gegend zu sein (s. die beiden Bilder).

 

 

 

10. Tag (15.05.14):

 

9. Etappe: 5:20 Stunden / 100km / 1.850 Höhenmeter

Vegas de Coria - Rubiaco - Nunomoral - Asegur - Heras - Casares de las Hurdes - Carabusino - Robledo - Riomalo de Arriba - Ladrillar - Cabezo - Las Mestas - Riomalo de Abajo - Meandros del Río Alagón - Riomalo de Abajo - Sotoserrano - Valdelageve - Lagunilla - Abadía

 

Ereignisreicher Tag. Kurzfassung: erste 4 Stunden traumhaft, dann eine Stunde furchtbar. Soweit ich es beeinflussen kann, war das die "Königsetappe" heute, über 5 Stunden muß nicht unbedingt sein. Das war so nicht geplant aber zum Schluß unumgänglich. Die Fahrt über Casares bis Sotoserrano war landschaftlich ein Traum, Beine richtig gut. Die Ausblicke von den Passhöhen gigantisch, herrliche Abfahrten, das wunderschöne Flußtal des Rio Alagón und der Höhepunkt "Meandros del Río Alagón". Perfekt.

Dann wollte ich nur noch in den nächsten Ort rollen um mir ein Quartier zu suchen, hatte aber nicht damit gerechnet noch richtig klettern zu müssen. Ging aus der Karte auch nicht hervor, aber auf einer schlechten Straße mußte ich 18km nur hoch. Dazu heiß und kein Wasser mehr. Oben war ich völlig alle und ein Hotel gab es auch keins. Gott sei Dank dann im nächsten Ort und dahin konnte ich bergab nur rollen lassen.

Zum Straßenschild "Calle Borrachos" aus Carabusino: eine eigene Straße für Besoffene

("borrachos") habe ich bisher auch noch nicht gesehen....

 

 

 

11. Tag (16.05.14):

 

10. Etappe: 3:20 Stunden / 73km / 700 Höhenmeter

Abadía - Granadilla - Zarza de Granadilla - Guijo de Granadilla - Ahigal - Santibanez el Bajo - Oliva de Plasencia - Plasencia

 

Relativ kurze Tour, über kleine Umwege nach Plasencia. Zum einen wegen "Beine lockern" nach der harten Tour gestern, zum andern um Kraft zu sparen wegen der nächsten beiden Tage. Ich bleibe 3 Tage in Plasencia und kehre morgen und übermorgen jeweils nach der Runde in die nordöstlichen Berge wieder hierher zurück. Da kann ich mir (vor allem morgen !) das Gepäckmitschleppen ersparen. Im Hostal "La Muralla" einquartiert, sehr günstig (22,-- EUR). WiFi haben sie auch und ich habe den Rückflug für den 27.05. ab Jerez gebucht, muß dort (wahrscheinlich von Merida aus) wieder mit dem

Bus hin.

Die Fahrt war relativ eintönig, bis auf den Beginn. Da ging es nach Granadilla, einem Geisterstädtchen, daß wegen eines Staudammprojekts von 1957 eigentlich unter Wasser stehen sollte. Die Ingenieure hatten sich wegen der Höhe des Wasserspiegels aber verrechnet. Die Gemeinde war aber längst umgesiedelt und seit 1984 wird der Ort "reanimiert". Schönes Fleckchen.

 

 

 

12. Tag (17.05.14):

 

11. Etappe: 4:35 / 107km / 1.300 Höhenmeter

Plasencia - Aldenueva del Camino - Hervas - Cabezuela del Valle - Navaconcejo - Plasencia

 

Wollte unbedingt über den Puerto de Honduras (empfehlenswert: von Hervas aus) und mußte dafür jeweils 35-40km An- und Rückfahrt in Kauf nehmen. Anfahrt reizlos, der Paßanstieg über 12km auf 1.440m aber sehr schön, oft im kühlen Schatten, nicht steil. Lange Abfahrt auf der anderen Seite ins Valle del Jerte, ein sehr fruchtbares, grünes Tal,

für den Kirschanbau berühmt. Rückfahrt wieder eher eintönig. Hervas ist übrigens eigentlich einen ausführlicheren Besuch wert. Aber es lag "nur" auf der Route und ich konnte mich nicht zu einem solchen durchringen.

Abends Barca - Atlético live in einer Bodega gekuckt. Mordsstimmung, war ja auch ein echtes Endspiel um die Meisterschaft. Später noch einen älteren Spanier kennengelernt, der mich auf deutsch angesprochen hat. War vor vierzig Jahren mal in Deutschland gewesen. Militär? Hat mir seinen Ausweis gezeigt und da stand neben dem Namen

"Comandante Residento".....

Leicht schockiert die Wettervorhersage der nächsten Tage gesehen. Morgen noch top, aber dann .....

Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt:

 

 

 

13. Tag (18.05.14):

 

12. Etappe: 4:55 Stunden / 107km / 1.000 Höhenmeter

Plasencia - Tejeda de Tietar- Torremenga - Jaraiz de la Vera - Cuacos de Yuste - Monesterio de Yuste - Garganta la Olla - Jaraiz de la Vera - Tejeda de Tietar - Valdeinigos - Malpartida de Plasencia - Plasencia

 

Schöne Tour, landschaftlich fast durchgehend reizvoll. Das Monesterio lohnt sich ! Alterssitz und Sterbeort des deutschen Kaisers und spanischen Königs Karl V. Irgendwann zwischendurch ist eine Schlange über die Straße gehuscht, war über einen Meter lang. Hab auch schon einige überfahrene Exemplare am Straßenrand gesehen.

Mein Equipment geht langsam zur Neige. Straßenkarte verloren, Polar meldet trotz neuer Batterie nur noch "Memory failed". Muß also die Streckenlänge mit Google Maps vermessen und die Höhenmeter anhand der Höhenangabe der durchfahrenen Orte mittels Wikipedia ermitteln.

Im Hostal hat ein nettes Aussie-Ehepaar (Australier, nicht Österreicher!) eingecheckt. Die sind bereits 2 Monate in Spanien unterwegs, aber mit richtig Gepäck. Das wäre nichts für mich, zumindest nicht mit einem Rennrad. Aber mit einem Trekkingbike geht es wohl und wenn man nicht nur in wärmerer Jahreszeit unterwegs ist, benötigt man definitiv auch mehr Kleidung. Da man mit Sicherheit langsamer unterwegs ist, müßte man also die Etappenlänge anpassen. Geht ja auch.

 

 

 

14. Tag (19.05.14):

 

13. Etappe: 4:45 Stunden / 96km / 1.000 Höhenmeter

Plasencia - Malpartida de Plasencia - Parque Nacional de Monfragüe - El Tejar - Trujillo

 

What a day. Mußte ja mal kommen. Der Temperatursturz über Nacht von ca. 30° auf unter 20° war schon ein schlechtes Omen. Bewölkt und kühl und so kamen tatsächlich Armlinge und Weste zum ersten Einsatz. Da ich zu faul war, das IPad nochmal hochzufahren um die Strecke zu checken, bin ich gleich zu Beginn völlig überflüssige Kilometer inkl. eines langen harten Anstiegs gefahren. Habe dann doch noch die IPad-Karte konsultiert und die hat mir eine Abkürzung angezeigt. Nach 3km ging die Straße aber in einen Feldweg über, der immer schlechter wurde. Ich entschied mich für Augen zu und durch in Erwartung, bald auf die Landstraße zu stoßen. Muß mich verheddert gaben, denn irgendwann traf ich im Nichts auf einen Transporter mit 6 spanischen Arbeitern (was machten die da?), die mir zwei Optionen aufzeigten. Weiter den Feldweg (10km bis zur Straße) oder zurück. Hab dann Letzteres gemacht, wahrscheinlich wäre ich sonst jetzt noch in der Wildnis. Letztlich

war ich nach zweieinhalb Stunden (!!!) "Fahrt" (da waren auch Schiebepassagen dabei) ca. 5km vom Ausgangsort Plasencia entfernt. Gut gemacht. Hier ein paar Impressionen von der "Strecke":

Bevor gleich weitergejammert wird, soll auch das Highlight der Fahrt, die Durchfahrt durch den Nationalpark Monfragüe, nicht unerwähnt bleiben. Großes Landschaftskino, besonders der "Salto del Gitano". Dutzende riesige Geier umkreisen den imposanten Felsen und kommen manchmal 10-20m entfernt vorbeigesegelt. Sehr beeindruckend.

"Jammermodus" wieder ein: nach der Ausfahrt aus dem Park noch ca. 50km bis Trujillo. Wellig meist schnurstracks durch offenes Gelände mit dauerhaft starkem Gegenwind. Ätzend. Leer in Kopf und Beinen dann in Trujillo gelandet.

Hostal direkt an der wohl schönsten Plaza der Extremadura für 20,-- EUR. Die Altstadt selbst wunderschön, die bisher vielleicht Beeindruckenste. Vielleicht noch schöner der großartige Rundblick über die Umgebung.

 

 

 

15. Tag (20.05.14):

 

14. Etappe: 2:30 Stunden / 62km / 500 Höhenmeter

Trujillo - La Cumbre - Plasenzuela - Botija - Torremocha - Cáceres

 

Heute wird mal einer "rausgenommen". Wieder kühl, aber Gott sei Dank auch wieder trocken. Aufgrund der unsicheren Wetterlage habe ich beschlossen, die geplanten Etappen in die Berge nach Guadalupe und La Siberia und La Serena zu streichen und direkt nach Caceres zu fahren. Dort bleibe ich jetzt zwei Tage und habe eine Menge Zeit, auch um die Heimreise und nötige Zwischentransfers zu organisieren.

Der perfekt englisch sprechende Rezeptionist im Hostal "Al-Quazeres" hat mir sehr mit der Organisation der Weiterreise geholfen. Durfte den PC benutzen für Buchung Busfahrt Merida - Jerez, Druck der Fahrkarte und der Bordkarte Ryanair, Zugfahrpläne checken. Manches funktioniert mit dem IPad leider nicht.

Die Stadtbesichtigung war leider sehr kurz, aber ich habe einfach keine Klamotten für 15° dabei. Hatte sogar die Armlinge unter der Jacke an. Auch leichter Regen. Bin ich hier in Spanien oder Island? Hoffe auf besseres Wetter morgen (aber nicht gemeldet). Ansonst soll wieder eine kleine Rundfahrt zu zwei Empfehlungen in der Nähe stattfinden. Wenn es Donnerstag trocken ist, geht's nach Merida per Bike, ansonst nehme ich den Bus.

 

 

 

16. Tag (21.05.14):

 

15. Etappe: 1:15 Stunden / 35km / 100 Höhenmeter

Caceres - Malpartida de Caceres - Caceres

 

In der Nacht von heftigem Regen aufgewacht. Ging stundenlang. Morgens war's trocken, aber saukalt, keine 10°. Wenn es sich tatsächlich ausgeregnet hat, warte ich bis Mittag in der Hoffnung auf etwas mehr Wärme. Dann geht es ca. 15km westlich nach Malpartida de Cáceres. Dort in der Nähe gibt es "Los Barruecos" und das "Museo Vostell". Laut Reiseführer sehr sehenswert. Habe mich morgens lange mit dem Rezeptionisten (der sehr gut englisch spricht) unterhalten. Er spart momentan auf eine 6monatige Reise mit dem Motorrad von Feuerland nach Alaska.

Hab's riskiert und Pech gehabt. Bei der Losfahrt Wolken/Sonne-Mix. Da das Museo nur noch eine Stunde offen hatte, hab ich das vorgezogen. Anschließend wollte ich dann Los Barruecos erwandern. Leider Fotografierverbot, denn die Ausstellung ist ziemlich schräg. Die Fotos sind aus dem Internet, es herrschte Fotografierverbot.

Dann der Rundgang, bzw. der nicht stattgefundene Rundgang. Schwarzer Himmel hat mich auf's Rad getrieben und ich bin volle Kanne mit starkem Rückenwind Richtung Caceres zurück. Das Unwetter war aber noch schneller. Volldusche. Naß und verfroren ins Hostal zurück. 2 Stunden später wieder Sonne, aber ich fahre nicht nochmal dahin (obwohl nicht weit). Daher auch hier teils Foto-Upload aus dem Internet. Vielleicht noch kurze Stadtrunde aber dann wie gestern Sebstversorgung mit Brot, Käse und Wein und ins warme Hostal gesetzt.

 

 

 

17. Tag (22.05.14):

 

15. Etappe: 3:45 Stunden / 90km / 500 Höhenmeter

Caceres - Torremocha - Albalá - Montánchez - Alcuéscar - Mérida

 

Es geht aufwärts !!! Etwas wärmer und vor allem trocken. Aber auch mal Glück gehabt. Den ganzen Tag gingen vereinzelt heftige Schauer runter, aber immer erst bevor oder nachdem ich an der entsprechenden Stelle vorbeigekommen bin. Keinen Tropfen abbekommen. Von Montánchez bietet sich mal wieder ein grandioser Ausblick.

Von dort bis Mérida sehr langweilig über die (leere) Hauptstraße. Die Autobahn läuft parallel nebendran, daher null Verkehr.

Übrigens: wer kommt auf die Idee, mit einem Pferd auf die Autobahn zu reiten...... ?

Sehr schönes, recht neues Hostal "Las Abadias". Einziges Manko: nicht so zentral. Wenn man mal nach Rom will, aber zufällig in der Extremadura ist: hier hat man das alles in klein. Eine Menge an römischen Bauwerken, sehr imposant, vor allem das Teatro Romano. Dazu eine schöne Altstadt mit quirligem Leben. Ist vielleicht mein "Favourite" der Extremadura. Ausgiebiger Sprachkurs mit Kellnern und Gästen in einer Tapas-Bar (Don Benito). Eines Tages lerne ich es doch noch ;-)

 

 

 

18. Tag (23.05.14):

 

16. Etappe: 2:30 Stunden / 63km / 350 Höhenmeter

Mérida - Alange - La Zarza - Villagonzalo - Valverde de Mérida - Mérida

 

"Urlaubsmodus an". Jetzt kommt nix Wildes mehr. Eigentlich endet die Extremadura-Tour heute, denn die nächsten Tage sind nur Ausspannen in Andalusien vorm Rückflug. Regen wird es auch keinen mehr geben. Heute nur eine kleine Tour ohne Gepäck nach Alange. Da sollte es ein schönes altes römisches Bad geben. Hatte aber bei Ankunft geschlossen.

Naja, wahrscheinlich gar nicht soo schön ;-) Dafür durch einen großen Stausee und ein beeindruckendes Felsmassiv entschädigt worden.

Auf der Rücktour durch ein Örtchen gekommen, das mir seine Namensgebung verdankt.....

Glücklicherweise bei der Busstation vorbeigeschaut wegen morgen. Die bestehen (zumindest A.L.S.A.) nämlich darauf, daß das Rad verpackt ist !!! (davon war beim Buchen keine Rede); wenigstens kann man die große Tasche dort auch gleich käuflich erwerben. 9,50 EUR sind ja auch nicht die Welt und ich bin morgen früh um 6:20 Uhr nicht auf die Laune des Busfahrers angewiesen. In Jerez bei der Hinfahrt hatte es ja auch ohne funktioniert, aber sicher ist sicher. In Andalusien werde ich zunächst zwei Tage in Chiclana de la Frontera verbringen. "Mis amigos de alemania" Werner und Katrin (s. Andalusienreise) sind so nett, mich 2 Tage aufzunehmen. Freue mich schon. Kurzer Besuch und Verabschiedung in der gestern liebgewonnenen Bar "Don Benito". Morgen wird es ungewohnt früh ;-)

 

 

 

19. Tag (24.05.14):

 

17. Etappe: 2:30 Stunden / 62km / 200 Höhenmeter

Jerez de la Frontera - Lomopardo - Hospital Universitario Jarana - El Marquesado - Chiclana de la Frontera

 

Zunächst in aller Herrgottsfrühe um 6:20 mit dem Bus nach Jerez. Lief super. Habe ein wenig das IPad-Handbuch studiert und (leider ein wenig spät) entdeckt, daß im Bus ein WiFi-Netz kostenlos zur Verfügung steht. Einziger Haken der Fahrt: der Hombre neben mir mit seiner dezenten Tabak-/Alkoholfahne und Keuchhustenanfall alle 10 Minuten.

Vom Busbahnhof hat mich ein netter Mann samt Rad zum Radladen gefahren, der meinen Karton bereithält. Wollte nur vor Ort sichergehen, daß alles glatt läuft. Aber "todo bien". Wenn man die Strecke von Jerez nach Chiclana nicht kennt (ich war schon ein paarmal hier), wird es "tricky", zumindest wenn man große Umwege vermeiden will. Chiclana ist bis kurz vorm Ort auf keinem Straßenschild erwähnt und es geht zick-zack über kleine Nebenstraßen, wenn es nicht die Autobahn sein soll. Ging aber bis auf ein einmaliges Verfahren glatt.

Andalucia !!! Warm und sonnig, endlich wieder Urlaub !!! Jetzt wird zwei Tage nur abgehangen. Abends das CL-Finale gekuckt. Da es auch im Free-TV lief, waren die Bodegas gar nicht so voll, mit entsprechend weniger Stimmung. Die 2. Halbzeit daher mit Werner und Katrin zu Hause gekuckt. Die beiden haben das Haus nochmal umgebaut, jetzt wirklich erste Sahne mit der breiten Öffnung zwischen Küche und Terrasse. Hier läßt es sich wirklich aushalten !!! :-)

 

 

 

20. Tag (25.05.14):

 

18. Etappe: 1:50 Stunden / 45km / 200 Höhenmeter

Runde um Chiclana

 

Schön lange gepennt, gegen Mittag gefrühstückt und nachmittags eine kleine Runde durch die Gegend gedreht, kenne ich ja gut. Abends sind wir zum Strand runter. Haben zufällig Bekannte von Werner und Katrin getroffen, die uns spontan eingeladen haben. Erstklassige Tapas, vor allem der Thunfisch-Tatar und die himmlischen Thunfisch-Steaks. Noch nie so guten Atún gegessen. Dazu gut getrunken (unser Spanisch wurde immer besser) und viel Spaß gehabt. Erst um halb drei ins Bett. Die letzten beiden Tage "Ruhe" haben gutgetan. Die Tour war doch anstrengend gewesen.

 

 

 

21. Tag (26.05.14):

 

19. Etappe: 2:45 Stunden / 64km / 200 Höhenmeter

Chiclana de la Frontera - La Marquesado - Hospital Universitario Jarana - Puerto Real - Lomopardo - Jerez de la Frontera

 

"Nur" noch zurück nach Jerez. Das Verfahren auf der Hintour konnte ja nicht mehr passieren.....

War auch ruckzuck in Lomopardo und ab da war's wie verhext. Die Landstraße nach Jerez an dem Kreisel war "weg". Konnte doch gar nicht sein !!! Die einzige, die existierte (der Rest war Autobahn), wohl oder übel genommen und nach 8km umgedreht, völlig falsche Richtung. Zurück am Kreisel dann eine kleine Harakiri-Aktion: geisterfahrermäßig die Abfahrt aus Richtung Jerez hoch und auf dem Standstreifen gegen die Fahrtrichtung ein paar hundert Meter auf der Autobahn. Die Autofahrer waren begeistert. Aber so (und nur so!!) konnte ich wieder auf die Landstraße einsteigen, die auf die Autobahn führte. Naja, nix passiert. Sehr schönes Hotel "Al Andalus", vor allem der schmucke Patio.

Zuerst zu Fuß den Radkarton im Radladen geholt und ins Hotel geschleppt. Dann eine Runde durch Jerez gedreht und das übliche Abendprogramm bei schönem Wetter. Vor ein paar Tagen war ich eigentlich froh über das Ende der Tour, aber die letzten drei Tage waren sehr erholsam und Urlaub pur bei schönem Wetter. Jetzt fällt der Abschied morgen schon etwas schwerer.

 

 

 

22. Tag (27.05.14):

 

Heimreise

 

Obwohl ich eigentlich reichlich Zeit hatte, wurde es doch ein wenig hektisch. Den gepackten Radkoffer zum Bahnhof zu schleppen, wäre mit diesem Gewicht über mehr als einen Kilometer zu anstrengend gewesen. Also habe ich zuerst den leeren Karton hingebracht und wollte ihn im Raum des Fahrkartenschalters abstellen. Obwohl mehr als genügend Platz gewesen wäre, hat sich der Angestellte geweigert. Also in der Bahnhofsgaststätte gefragt. War o.k., aber nur für eine halbe Stunde. Also zum Hotel zurückgerast, gepackt und mit dem Fahrrad wieder zum Bahnhof. Dort in Ruhe den Karton

gepackt, der Zug zum Flughafen ging erst um 12:15, hatte also über eine Stunde Zeit.

Dann noch eine Schrecksekunde, denn der Schaffner wollte mich nicht mit dem Karton in den Zug lassen. Ließ sich dann doch erweichen, wies mir aber einen anderen Waggon zu, was einen 100m-Sprint mit dem ganzen Gerödel erforderlich machte. Das hätte noch gefehlt, daß die Tür vor der Nase zuklappt, der Flug ging schließlich schon um 13:30. Ab hier lief es aber planmäßig. Von Hahn mit dem Bus nach Koblenz HBF und mit dem Bahnbus nach Hause.