5. Tag, Ronda - La Puebla de Cazalla

3. Etappe: 3:40 Stunden / 85km / 1.145HM

 

Ronda - Arrieta - Setenil de las Bodegas - Torre Alháquime - Olvera - Pruna - San Antonio del Fontanar - La Puebla de Cazalla

Insgesamt wieder recht wellig heute. Über Setenil, einem hübschen Örtchen........

......nach Olvera, ebenfalls sehr schön und zusammen mit einer Essenspause für eine Kurzerkundung genutzt.

Immer noch in den Ausläufern der Sierras weiterhin kräftezehrend: nach traumhaft langer Abfahrt mit herrlich langgezogenen Kurven ein Brett: autobahnbreit und kerzengerade mit geschätzten 10% Steigung endlos nach oben.

Auf der folgenden Abfahrt hätte es mich in einer plötzlich auftauchenden und nicht durch ein Warnschild angekündigten Kurve fast erwischt. Mit viel Mühe und Glück konnte ich einen schweren Unfall vermeiden, der wohl das Ende der Tour bedeutet hätte.

 

Die kleine Schleife vor La Puebla über eine Nebenstraße war im Nachhinein völlig überflüssig. Das kann manchmal lohnen, muß es aber nicht und heute war letzteres der Fall. Zusätzliche 300 Höhenmeter durch völlige reizlose Landschaft und einen Straßenbelag, der jeder Beschreibung spottet. Die letzten 9km bestanden aus einem dermaßen holprigen Flickenteppich mit zahllosen Schlaglöchern, daß ich in Schlangenlinien fahrend bemüht war, wenigstens dem Gröbsten auszuweichen und bergab nur mit gezogener Bremse fahren konnte. Das dies ohne Panne abging ist ein Wunder. Die Bilder geben den erlebten Zustand evtl. nicht ganz wieder.

Wegen der Besonderheit dieses Ereignisses etwas ausführlicher:

Auf einem kleinen Platz gegen 14:00 eintreffend fragte ich 5 Spanier, ungefähr in meinem Alter, ob es eine günstige Übernachtungsmöglichkeit im Ort gäbe. Gab es (Hostal "Los Ángeles", gut und günstig) und nachdem sie in einem kurzen Gespräch erfahren hatten, was ich so in Spanien treibe, wurde ich gleich an den Tisch gebeten. Die Frage nach einer evtl. Weiterfahrt nach Morón hatte sich schnell erledigt, denn in nullkommanix stand ein Bier vor mir und es folgten schnell noch drei weitere. Der urige Wirt hat auch noch zwei gegeben, so daß ich schon leicht bedüdelt von einem der Jungs samt meinem Rad per Auto in das Hostal verfrachtet wurde. Der Abend war wohl auch schon für mich vorgeplant, denn er wollte mich um 21:00 wieder zum Essen abholen kommen. Habe dann mein Waschprogramm erledigt, den Rest einer Tour-de-France-Bergetappe gekuckt, ein wenig gedöst, eine kleine Runde mit dem Rad durch den Ort gedreht. Irgendwie mußte ich ja die Zeit totschlagen und zu sehen gab es in dem Ort nicht viel. Ich wurde pünktlich abgeholt und zu meiner Überraschung fuhren wir nicht in den Ort, sondern über einen holprigen Feldweg etwas außerhalb zu seinem Haus. Dort war im Garten eine riesige Tafel gedeckt, seine Eltern, seine Familie, Freunde mit und ohne Familie saßen bereits am Tisch, insgesamt bestimmt 25 Leute. Ich wurde allen vorgestellt und dann begann ein sich bis drei Uhr nachts hinziehendes ausgiebiges Essen und Trinken, wo immer wieder neue Leckereien aus der Küche und vom Grill herangeschafft wurden. Wir konnten uns zwar nur mit meinen minimalen Spanischkenntnissen, "Händen und Füßen" und ein paar Englischbrocken verständigen, aber wir hatten riesigen Spaß und es war ein unvergesslicher Abend. Der sollte sich in dieser Form zwar nicht mehr wiederholen, aber im weiteren Verlauf der Reise habe ich noch sehr oft spanische Gastfreundschaft kennenlernen dürfen. Leider gibt es keine Bilder von diesem Abend.