22. Tag, Granada - Bubión

17. Etappe: 4:45 Stunden / 97km / 1.935 Höhenmeter

 

Granada – La Zubia – Gójar – Otura – Padul – Cozvijar – Albuñuelas – Saleres – Restábal – Melegís – Lecrín – Lanjarón – Órjiva – Carataunas – Pampaneira – Bubión

In die Sierra Nevada, genauer gesagt in die „Alpujarras“, der letzen maurischen Bastion auf spanischem Boden, gelegen im südwestlichen Teil der Sierra Nevada. Für meine Übernachtung hatte ich mir Bubión ausgesucht. Es ist neben Pampaneira und Capileira einer von drei relativ eng beieinanderliegenden kleinen Örtchen, die malerisch an der Schlucht des Río Poqueira liegen. Bubión auf 1.300m liegt zwischen den beiden und Capileira auf über 1.400m ist das Ende der Sackgasse, hier endet die Straße.

 

Relativ problemlos aus Granada hinaus und durch einige Vororte nach Padul. Erster imposanter Blick auf die Sierra Nevada. Abzweig Richtung Albuñuelas und dort ging es Gott sei Dank nicht weiter nach Süden, wie eigentlich geplant. Ich hatte mich bei der Routenplanung wohl stark verrechnet, denn das wären bestimmt hügelige 50km mehr gewesen und auch so hatte ich am Ende des Tages meine knapp 100km voll.

Also gen Osten, über Lecrín nach Lanjarón, eigentlich locker. Erst anschließend, hinter Órjiva sollte es wirklich „zur Sache gehen“.

Das oben im Berghang erkennbare weiße Dorf war nicht wie gedacht mein Ziel, sondern nur Carataunas als Zwischenstation nach 400 Höhenmetern. Insgesamt mußten bis Bubión am Ende ca. 1.000 Höhenmeter auf 16km Anstieg überwunden werden. Nicht ohne, ging aber letztlich ganz gut. Richtig steil ist es eigentlich nirgends und das letzte Drittel sogar einigermaßen schattig. Der größte Feind blieb einfach die Hitze ab mittags, daran habe ich mich die ganze Tour nicht wirklich gewöhnt.

Das „Hostal Rural Las Terrazas de Alpujarra“ wurde den positiven Kritiken gerecht. Sehr gemütlich mit einem Wahnsinnsausblick auf die Berge. Das Hostal hat nicht nur die Terrasse im Erdgeschoß, sondern auch noch je eine im 1. und 2. Stock. Es existiert zwar keine Klimaanlage, aber in dieser Höhe ist die Hitze auch nicht so stark, war also kein Problem.

Sehenswürdigkeiten im engeren Sinne gibt es eigentlich keine, der Reiz besteht für mich aus seiner exponierten Lage und der Aussicht, der Ruhe und Abgeschiedenheit. Ob die beiden „Schwesterdörfer“ mehr zu bieten haben weiß ich nicht, mir hat Bubión jedenfalls gut gefallen. Wer Ruhe und Entspannung sucht, vielleicht ein bißchen Wandern möchte, ist hier oben gut aufgehoben. Bin noch mit drei spanischen Mountainbikern ins Gespräch gekommen, mit dem MB gibt es hier bestimmt mehr Möglichkeiten bzgl. der Routenvielfalt.

 

Abends mal wieder Selbstverpflegung mit den bekannten Zutaten Pan/Jamon/Queso/Vino Tinto. Von der obersten Terrasse des Hostals die wundervolle Abenddämmerung genossen. Anschließend noch einmal durch das Dorf gewandert und jetzt wirkte alles wie verwandelt. Die Gassen stimmungsvoll beleuchtet, eine tagsüber gar nicht bemerkte üppige Vegetation, alles ganz ruhig bis auf das Glucksen und Rauschen des Wassers aus vielen kleinen Brunnen, Wasserbecken, manchmal unsichtbaren Bächen und Wasserläufen, wirklich zauberhaft. Leider stieß das lichtschwache Objektiv meiner kleinen Kompaktkamera wie schon so oft vorher in der Dämmerung/im Dunkeln an seine Grenzen.